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Wenn Sie jemals beim Schaufeln der Katzentoilette innegehalten und sich gefragt haben, ob Ihr Haustier Ihr Gehirn beeinflussen kann, sind Sie nicht allein. Eine 2023er Übersichtsarbeit zu 17 Studien hat eine umstrittene Frage neu entfacht: Ist das Zusammenleben mit einer Katze mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen im Schizophreniespektrum verbunden?
John McGrath und seine Kolleginnen und Kollegen am Queensland-Zentrum für Forschung zur psychischen Gesundheit durchforsteten vier Jahrzehnte Forschung aus 11 Ländern und berichteten von einer „signifikant positiven Assoziation“ zwischen weit gefasster Katzenhaltung und einem erhöhten Risiko für Störungen des Schizophreniespektrums. In einigen adjustierten Analysen hatten Menschen mit Katzenaussetzung ungefähr das doppelte Risiko für die Entwicklung schizophrenieähnlicher Befunde. Dramatisch, ja. Definitiv? Keineswegs.
Warum also Zurückhaltung? Weil die meisten zugrundeliegenden Studien (15 von 17) Fall-Kontroll-Designs waren. Solche Studien können Muster erkennen, stoßen aber an ihre Grenzen bei der Unterscheidung von Ursache und Wirkung. Verwirrende Faktoren sind zahlreich: sozioökonomischer Status, die kindliche Umgebung, ländliches versus städtisches Leben oder der genaue Zeitpunkt der Exposition. Die qualitativ besseren Arbeiten in der Übersicht tendierten dazu, den anfänglich erscheinenden Zusammenhang abzuschwächen, sobald diese Variablen kontrolliert wurden.

Der übliche Verdächtige in dieser Diskussion ist Toxoplasma gondii, ein weit verbreiteter Parasit, der sich im Katzenorganismus vermehrt. Er kann auch über kontaminiertes Fleisch, Wasser oder Kontakt mit infiziertem Kot auf Menschen übertragen werden. Einmal im Körper kann T. gondii das zentrale Nervensystem erreichen und mit Neurotransmittersystemen interagieren. Labor- und epidemiologische Studien haben Hinweise auf subtile Persönlichkeitsveränderungen, vermehrte psychotisch-ähnliche Erfahrungen und, kontrovers diskutiert, auf einige neurologische Erkrankungen gefunden.
Doch Assoziation ist nicht gleich Übertragung vom Haustier auf den Menschen. Millionen Menschen tragen T. gondii ohne Symptome. Und nicht jede Studie, die einen Zusammenhang zwischen Katzen und psychischer Gesundheit untersucht, findet einen solchen. Manche Arbeiten sehen einen Zusammenhang zwischen Katzenaussetzung in der Kindheit und späteren psychosebezogenen Merkmalen; andere finden keine Verbindung. Eine Studie stellte keinen allgemeinen Zusammenhang zwischen dem Besitz einer Katze vor dem 13. Lebensjahr und späterer Schizophrenie fest, bemerkte aber ein engeres Zeitfenster (zwischen neun und zwölf Jahren), in dem eine Verbindung auftauchte. Inkonsistent. Frustrierend. Interessant.
Es gibt weitere Ansatzpunkte. Einige Studien verzeichneten höhere Schizotypie-Werte bei Personen, die von Katzenbissen berichteten, was die Spekulationen über durch Bisse übertragene Infektionen anregte, zum Beispiel Pasteurella multocida, anstatt T. gondii aus Kot. Kleine Studentenkohorten und gemischte klinische Stichproben finden sich in der Literatur; diese Heterogenität erschwert es, eine klare, verlässliche Linie durch die Daten zu ziehen.
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Was würde Klarheit bringen? Große, prospektive Kohortenstudien mit repräsentativen Stichproben und sorgfältiger Erfassung von Exposition, Zeitpunkt und potenziellen Störfaktoren. Biomarker für Infektionen, genaue Befragungen zum Kontakt mit Katzen sowie die Berücksichtigung sozioökonomischer und umweltbezogener Variablen würden erheblich zur Klärung beitragen. Bis dahin bleiben die Hinweise suggestiv, aber bei weitem nicht schlüssig.
Praktische Schlussfolgerungen sind derzeit zurückhaltend und vernünftig: Auf gute Hygiene bei der Katzentoilette achten, den Umgang mit Katzenkot während der Schwangerschaft oder bei Immunsuppression meiden und bei ungewöhnlichen Bissinfektionen ärztlichen Rat einholen. Für Forschende lautet die klare Botschaft: Bessere Studien planen; die Hinweise in den Daten verdienen gründliche Nachuntersuchungen.
Sind Katzen stille Mitspieler auf einem seltenen Weg zu schweren psychischen Erkrankungen, oder einfach bequeme Sündenböcke in einem komplexen Geflecht von Risikofaktoren? Die Debatte ist offen und lohnt es, aufmerksam verfolgt zu werden.
Quelle: sciencealert
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