Was Ihr Händedruck über Gesundheit und Lebenserwartung sagt

Was Ihr Händedruck über Gesundheit und Lebenserwartung sagt

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Man sagt, man könne einen Menschen am Händedruck beurteilen. Tatsächlich könnten Ihre Hände eine tiefere Geschichte über Ihre Gesundheit erzählen und möglicherweise darüber, wie lange Sie leben könnten.

Soziale Feeds lieben einfache Erkenntnisse. Eine einzige Zahl, die man zu Hause messen kann. Ein einfacher Test, der Einsicht verspricht. Die Griffstärke erfüllt dieses Klischee: Gerät zusammendrücken, Zahl ablesen, und schon gibt es eine Schlagzeile über Lebenserwartung. Die Forschung hinter dieser Schlagzeile ist real. Aber wie bei den meisten einfachen Geschichten ist die Realität interessanter und komplizierter als das Clickbait.

Forscher messen die Griffstärke mit einem tragbaren Dynamometer und verfolgen die Teilnehmenden über Jahre, um Krankheiten und Todesfälle zu dokumentieren. Eine große britische Studie mit etwa einer halben Million Erwachsener im Alter von 40 bis 69 Jahren ergab, dass jeder Rückgang der Griffstärke um 5 kg mit einem etwa 20 % höheren Sterberisiko während der Nachbeobachtungszeit einherging. Studien haben auch bestimmte Schwellenwerte für Muskelschwäche hervorgehoben, häufig genannt werden Werte unter etwa 26 kg für Männer und etwa 16 kg für Frauen, die mit einem höheren Sterberisiko durch Herzkrankheiten, Atemwegserkrankungen, chronisch obstruktive Lungenerkrankung und mehreren Krebsarten verbunden sind.

Warum trägt ein Händedruck so viel Aussagekraft? Griffstärke ist kein Zaubertrick; sie ist ein Indikator. Ihre Hände spiegeln den Zustand von Muskeln und Nerven wider und wie gut Ihr Körper Energie in Bewegung umsetzt. Sie geben Hinweise auf die Belastbarkeit der Blutgefäße und den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems. Bei älteren Menschen wird die Griffstärke zu einem besonders deutlichen Signal, weil sie den altersbedingten Verlust von Muskelmasse und -kraft widerspiegelt, den Kliniker als Sarkopenie bezeichnen, und dieser Verlust eng mit Stürzen, Knochenbrüchen und Gebrechlichkeit verknüpft ist.

Einige Wissenschaftler gingen noch weiter und schlugen vor, die Griffstärke wie ein neues Vitalzeichen zu behandeln, neben Temperatur, Puls, Atemfrequenz und Blutdruck. Dieser Vorschlag beruht auf dem praktischen Reiz einer schnellen, kostengünstigen Messung, die Signale aus mehreren Körpersystemen integriert. Das ist einleuchtend. Es gibt jedoch eine wichtige Einschränkung, die die meisten Schlagzeilen auslassen.

Korrelation ist nicht Kausalität. Ein schwacher Griff führt nicht dazu, dass Sie früher sterben. Er signalisiert, dass etwas anderes, wie verringerte Muskelmasse, chronische Erkrankungen, schlechte Durchblutung oder langanhaltende Inaktivität, die Gesundheit untergraben könnte. Die Griffstärke isoliert zu stärken wird diese zugrunde liegenden Ursachen wahrscheinlich nicht beseitigen.

Wie wurde aus einer Messung Hype? Ein Teil liegt in der menschlichen Natur: Man will Lösungen, keine Hinweise. Influencer und einige Medien verwandeln einen nützlichen Biomarker in ein Rezept: Ein paar Griffübungen, und man lebt länger. Im besten Fall ist das eine Vereinfachung. Im schlimmsten Fall führt es dazu, dass Menschen glauben, eine kosmetische Maßnahme ersetze umfassende Versorgung.

Das heißt nicht, dass Grifftraining wertlos ist. Die Stärkung von Hand- und Unterarmmuskulatur kann die Funktion wiederherstellen, bei Alltagsaufgaben helfen und die sportliche Leistung verbessern. Wenn es jedoch um Lebenserwartung geht, verweisen die Belege auf breitere, erprobte Strategien: regelmäßige körperliche Aktivität, einschließlich Krafttraining und Gleichgewichtsübungen, ausreichende Proteinzufuhr und eine ausgewogene Ernährung, guter Schlaf, soziale Bindungen und Stressbewältigung. Diese Maßnahmen verändern die physiologische Ausgangslage, die ein Dynamometer erfasst.

Praktische Schlussfolgerung? Betrachten Sie die Griffstärke als ein nützliches Fenster in Ihren Gesamtzustand, besonders mit zunehmendem Alter, und nicht als Hebel, an dem Sie ziehen könnten, um Ihr Schicksal zu ändern. Wenn Sie neugierig sind, bitten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, sie beim Checkup zu messen. Nutzen Sie diese Daten dann, um größere, evidenzbasierte Schritte zu steuern: den Körper umfassend stärken, chronische Erkrankungen behandeln und Lebensstilfaktoren pflegen, die wirklich etwas bewirken.

Quelle: sciencealert

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