Warum Mücken manche Menschen stärker stechen als andere

Warum Mücken manche Menschen stärker stechen als andere

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Hast du dich schon einmal gefragt, warum du wie ein Magnet für Mücken scheinst, während Freunde unverletzt davonkommen? Tatsächlich folgen die winzigen Mörder des Sommers einer mehrschichtigen chemischen Landkarte, die du nicht sehen kannst, die sie aber mit überraschender Präzision lesen.

Weibliche Mücken, die einzigen, die stechen, beginnen ihre Jagd, indem sie Kohlendioxidfahnen folgen, die sich über Meter durch die Luft ziehen. Dieser CO2-Hauch ist das Signal auf lange Distanz; er sagt: "Da ist eine warmblütige Mahlzeit in Windrichtung." Wenn das Insekt näher kommt, übernehmen andere Reize: menschlicher Geruch, Hautwärme und lokale Luftfeuchte. Diese Signale wirken zusammen, und die Kombination bestimmt, wer gestochen wird.

Jüngste Laborarbeiten mit Aedes aegypti (der Art, die Dengue und Gelbfieber überträgt) werfen neues Licht auf die Frage des Geruchs. Forscher setzten Mücken 42 Frauen aus und verfolgten, welche Personen die meiste Aufmerksamkeit erhielten. Das Ergebnis war überraschend präzise: Mücken reagieren nicht auf einen einzelnen Duft, sondern auf Mischungen flüchtiger Moleküle, die auf unserer Haut entstehen. Von etwa 300 bis 1.000 möglichen Verbindungen, die Menschen abgeben, identifizierte das Team rund 27, die Aedes zuverlässig erkennt.

Ein Molekül stach hervor: 1-octen-3-ol, manchmal "Pilzalkohol" genannt. Kleine Anstiege dieses Stoffes, die entstehen, wenn Hautöle zerfallen, machten Menschen nachweisbar attraktiver für die Mücken. Schwangere Frauen im zweiten Trimester gehörten zu denen, die größere Mengen produzierten und mehr Interesse der Insekten anzogen. Die Schlussfolgerung ist subtil, aber wichtig: Es ist der Cocktail, nicht ein einzelner Bestandteil, der zählt.

Manche populären Erklärungen halten einer genaueren Prüfung nicht stand. Blutgruppe? Haut-, Haar- oder Augenfarbe? Für diese Ideen gibt es wenig belastbare Belege. Stattdessen trägt dein persönliches Mikrobiom (die Gemeinschaft von Bakterien auf deiner Haut) zur Zusammensetzung deiner Duftsignatur bei. Unterschiedliche Mikroben erzeugen unterschiedliche flüchtige Moleküle, und Mücken haben Rezeptoren entwickelt, die auf diese Hinweise abgestimmt sind.

Auch Alkoholkonsum spielt eine Rolle. Mehrere Studien, einschließlich kontrollierter Versuche in Burkina Faso und einer größeren Freiwilligenstudie in den Niederlanden, fanden heraus, dass Personen, die kürzlich Bier getrunken hatten, für Anopheles-Mücken moderat attraktiver waren. Alkohol kann die Körpertemperatur erhöhen, den Hautgeruch verändern und die ausgeatmete CO2-Menge steigern, alles Faktoren, die das Stichrisiko erhöhen.

In unmittelbarer Nähe stärken Körperwärme und Feuchtigkeit das Interesse der Mücke. Eine Person, die warm ist, schwitzt oder mehr CO2 ausatmet, wird für das Insekt beim Herankommen deutlicher sichtbar, weshalb Sommerabende im Freien und körperliche Anstrengung häufig mit juckenden Quaddeln enden.

Es gibt auch eine alarmierende ökologische Komponente. Der Klimawandel erweitert die Gebiete von Überträgern wie der Tigermücke (Aedes albopictus), und Krankheiten, die einst auf die Tropen beschränkt waren, drängen nach Norden. Chikungunya zum Beispiel ist in den letzten Jahren weiter in Europa aufgetreten. Das bedeutet, dass mehr Menschen Begegnungen mit Arten riskieren, deren Sinnesysteme dieselben menschlichen Hinweise ausnutzen, die oben beschrieben wurden.

Was kannst du tun? Einfache, erprobte Maßnahmen bleiben wirksam: lange, lockere Kleidung, insektizidbehandelte Netze wo angebracht und von EPA oder WHO empfohlene Repellentien. Alkoholkonsum vor Aufenthalten im Freien einzuschränken, kühl zu bleiben und schwere Parfums zu vermeiden, die mit deinem natürlichen Duft interagieren können, kann ebenfalls helfen. Während die Wissenschaft die molekularen Details aufschlüsselt, dämpfen praktische Verhaltensänderungen weiterhin den Stich.

Zu verstehen, warum Mücken bestimmte Menschen bevorzugen, ist weniger eine Frage eines einzelnen Mangels beim unglücklichen Opfer als vielmehr ein reiches Zusammenspiel von Chemie, Biologie und Umwelt, eine unsichtbare Konversation, die bei einigen von uns mit juckenden Erinnerungen an einen winzigen, unermüdlichen Appetit endet.

Quelle: sciencealert

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