Geruchsgen für Zwiebeln zeigt Einfluss auf Diabetes

Geruchsgen für Zwiebeln zeigt Einfluss auf Diabetes

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Warum würde die schlichte Zwiebel Geheimnisse über Ihre zukünftige Gesundheit flüstern? Es stellt sich heraus, dass unsere Nasen und Zungen Aufzeichnungen führen könnten, die über den bloßen Geschmack hinausgehen.

Ein internationales Forscherteam durchforstete genetische Daten zusammen mit selbstberichteten Vorlieben und Abneigungen gegenüber Lebensmitteln von mehr als 160.000 Personen in einer britischen Gesundheitsdatenbank, um Signale zu finden, die Vorlieben mit langfristigem Krankheitsrisiko verbinden. Sie testeten Dutzende von Geschmacks- und Geruchsgenen gegen nahezu 140 Nahrungsmittel und entdeckten einen Ausreißer: eine Variante des Geruchsrezeptor-Gens OR2T6, die zuverlässig mit einer Vorliebe für Zwiebeln verbunden war.

Der Befund hielt sich auch in einer kleineren Gruppe jüngerer Erwachsener, was darauf hindeutet, dass es sich nicht einfach um eine Eigenart einer Alterskohorte handelt. Warum ist das wichtig? Weil Gene bei der Geburt festgelegt sind; sie ändern sich nicht durch Diättrends oder eine neue Diagnose. Solche unveränderlichen Marker erlauben Wissenschaftlern, eine häufige Falle in der Ernährungsforschung zu umgehen – nämlich dass Krankheiten die Ernährung verändern können, aber die Ernährung auch Krankheiten beeinflussen kann. Anders gesagt sind Ursache und Wirkung schwer zu trennen, wenn man keinen stabilen Anker hat.

Dieser Anker ist eine Technik, die Mendelsche Randomisierung genannt wird. Indem bestimmte Genvarianten als Stellvertreter für eine lebenslange Exposition gegenüber einem Geschmack oder Geruch behandelt werden, können Forscher stärkere Rückschlüsse darauf ziehen, ob ein Ernährungs­muster wahrscheinlich eine kausale Rolle bei Krankheiten spielt. Hier wurde die OR2T6-Zwiebel-Verbindung zu genau diesem Stellvertreter. Als das Team anschließend separate genetische Datensätze untersuchte, die mit Gesundheitsoutcomes verknüpft waren, war dieselbe OR2T6-Variante mit geringeren Chancen verbunden, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Bedeutet das, dass Zwiebeln chronische Krankheiten verhindern? Noch nicht. Die Studienautoren – angeführt von genetischen Epidemiologen – betonen sorgfältig, dass das Ergebnis ein interessantes Signal und keine Empfehlung ist. Die Assoziation muss in größeren und diverseren Populationen repliziert werden, bevor klinische Empfehlungen folgen können. Dennoch ist das Ergebnis überzeugend genug, um weitere Untersuchungen zu rechtfertigen, insbesondere zu den biochemischen Verbindungen in Zwiebeln, die vorteilhafte Effekte haben könnten.

Über Zwiebeln hinaus ist der größere Punkt methodisch. Geschmacks- und Geruchsgenen bieten eine neue Perspektive für die Ernährungsepidemiologie, ein Feld, das lange mit unzuverlässiger Ernährungs­erinnerung und schwankenden Gewohnheiten gerungen hat. Indem sie sich auf die Biologie konzentrieren, die formt, was Menschen zu essen bevorzugen, hoffen Forscher, robustere Verbindungen zwischen Ernährung und Krankheit aufzudecken – Verbindungen, die sonst im Rauschen verborgen blieben.

Die Arbeit zeichnet außerdem ein klareres Bild davon, warum Ernährung auf Bevölkerungsebene wichtig ist. Ungesunde Ernährungsweisen werden geschätzt, jährlich Millionen vorzeitige Todesfälle weltweit zu verursachen, und die Verbesserung der Identifikation kausaler Ernährungsfaktoren könnte helfen, Interventionen gezielter auszurichten. Ein einzelner Lebensmittelbefund ist bescheiden. Trotzdem ist die Fähigkeit, echte Zusammenhänge statt zufälliger Korrelationen zu erkennen, ein bedeutender Fortschritt.

Diese Studie beweist nicht, dass Zwiebeln ein Allheilmittel sind, zeigt jedoch, dass unsere Sinnesgene Wissenschaftler zu bedeutsamen Zusammenhängen zwischen Ernährung und Krankheit führen können.

Veröffentlicht in BMC Medicine, erinnert die Forschung daran, dass die Sinne, die wir als selbstverständlich ansehen – Geschmack und Geruch – auch Datenströme sind, die auf unsere Biologie zurückverweisen und manchmal Hinweise über Gesundheit tragen, die wir noch nicht gelernt haben zu lesen.

Quelle: sciencealert

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